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Ausverkauftes Haus  der Jugend

Die Lisa Lystam Band, Laurence Jones und James Armstrong locken gut 600 Besucher zur Osnabrücker Blueslawine

Was sich manche Veranstalter Jahr für Jahr aufs Neue erhoffen, ist bei den Osnabrücker Bluesverstärkern Standard. Einmal mehr konnte an die Eingangstür vom Haus der Jugend „Ausverkauft“ - Schild geklebt werden, auch die 23. Blueslawine lockte die maximal möglichen 600 Besucher. Diesmal standen anfangs modernere Spielarten des Blues/Bluesrock im Fokus, bevor der einst im klassischen Blues und Soul beheimatete James Armstrong auch etwas Jazz und Funk erklingen ließ.

Die Lisa Lystam Family Band und Laurence Jones eint, dass sie zur jüngeren Blues-Generation zählen. Ansonsten trennen die beiden aber Welten. So ruft die schwedische Familientruppe um Sängerin Lisa Lystam optisch etwas die Flower-Power-Zeit in Erinnerung, während Laurence Jones in schicker schwarzer Kleidung seinen Bluesrock spielt.

Der Brite setzt weniger auf Showeffekte und weiß vor allem seine Gitarrensoli gezielt und nicht übertrieben einzusetzen. Das Quartett von der Insel überzeugte auf ganzer Linie mit einer Bluesrockmischung, die zwischen klassisch und modern pendelte. Zudem konnte Jones - wie schon auf seinem jüngsten Album „Take Me High“ -  auch als Sänger überzeugen. Das Repertoire bestand in erster Linie aus eigenen Nummern.

Am Gesang von Lisa Lystam gab es nichts auszusetzen, allerdings verlor sich ihre Family Band im Laufe des Auftritts(die jeweilige Spielzeit der drei Acts betrug etwa 80 Minuten) immer wieder in teils lange, was dem tanzbaren Blues- und Rootsrock nicht immer dienlich war. Weniger ist manchmal mehr, das wurde bei den Schweden an diesem Abend deutlich. Trotzdem, die Band hat Potenzial und wird ihren Weg machen, wobei sie ein jüngeres Publikum ansprechen dürfte.

Zum Abschluss betrat ein Bluesman alter Schule mit seiner Band die Bühne: der 1957 in Los Angeles geborene James Armstrong. Der Gitarrist und Sänger hatte Anfang des neuen Jahrtausends eine längere Schaffenspause eingelegt und sich erst ab 2011 mit einer neuen CD zurückgemeldet. In Osnabrück präsentierte der Amerikaner ein abwechslungsreiches und ansprechendes Set mit Blues zwischen klassisch und modern, Soul  und sogar Funk und Jazz.

 Bluesnews 90 – Stefan Tröger